München – Altstadt, Marienplatz und Münchner Lebensart
München ist die Hauptstadt Bayerns und mit rund 1,6 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Deutschlands. Die Stadt an der Isar verbindet historische Bauwerke mit einem modernen Stadtleben. Besonders im Zentrum liegen viele der bekannten Sehenswürdigkeiten dicht beieinander und lassen sich gut zu Fuß erkunden.
Für Besucher ist die Münchner Innenstadt deshalb weniger eine Ansammlung einzelner Sehenswürdigkeiten als ein zusammenhängendes Stadtgebiet, in dem sich Plätze, Kirchen, Märkte, historische Gebäude, Geschäfte und Gaststätten unmittelbar aneinanderreihen.

Augustiner am Platzl

Altes Rathaus, Marienplatz

Frauenkirche
Marienplatz – Mittelpunkt der Innenstadt
Der Marienplatz ist das Zentrum der Münchner Altstadt. Hier befindet sich das Neue Rathaus mit seiner neugotischen Fassade und dem bekannten Glockenspiel. Besonders zur Mittagszeit versammeln sich zahlreiche Besucher vor dem Rathaus, um die Figuren des Glockenspiels bei ihrem täglichen Schauspiel zu beobachten.
In der Mitte des Platzes steht die Mariensäule. Sie wurde 1638 aus Dankbarkeit für das Ende der schwedischen Besetzung im Dreißigjährigen Krieg errichtet.
Vom Marienplatz führen mehrere wichtige Straßen durch die Altstadt. Die Kaufingerstraße und die Neuhauser Straße bilden eine der wichtigsten Fußgängerzonen Münchens und führen in Richtung Karlsplatz, dem sogenannten Stachus.
Frauenkirche – das Wahrzeichen Münchens
Nur wenige Gehminuten vom Marienplatz entfernt steht die "Frauenkirche", offiziell der Dom zu Unserer Lieben Frau. Ihre beiden Türme mit den charakteristischen Renaissancehauben gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.
Der spätgotische Bau entstand im 15. Jahrhundert und beeindruckt vor allem durch seine gewaltigen Ausmaße. Das Innere wirkt dagegen vergleichsweise schlicht und weitläufig.
Eine Besonderheit befindet sich gleich am Eingang: der sogenannte "Teufelstritt". Der Überlieferung nach soll der Teufel beim Anblick der Kirche festgestellt haben, dass sich in ihr keine Fenster befänden. Tatsächlich wird der vermeintliche Fußabdruck durch die besondere Position der Fenster erklärt. Von den Türmen bietet sich bei geeigneter Sicht ein weiter Blick über die Stadt bis zu den Alpen.
Viktualienmarkt – Münchens Markt im Herzen der Stadt
Direkt südlich des Marienplatzes liegt der "Viktualienmarkt". Aus einem ursprünglich am Marienplatz abgehaltenen Bauernmarkt entwickelte sich im Laufe der Zeit ein dauerhafter Lebensmittelmarkt.
Heute bieten die Marktstände unter anderem Obst und Gemüse, Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Fisch, Brot, Gewürze und Spezialitäten aus verschiedenen Regionen an. Dazu kommen Blumenstände und gastronomische Angebote.
Der Viktualienmarkt ist dabei nicht nur für Besucher interessant. Er gehört auch zum alltäglichen Münchner Stadtleben. Zwischen den Verkaufsständen befindet sich ein Biergarten, in dem man eine typisch bayerische Brotzeit mit einem Bier verbinden kann.
Der Markt ist damit ein guter Ort, um München abseits der großen Sehenswürdigkeiten zu erleben.

Viktualienmarkt

Augustiner am Platzl

Spatenhaus an der Oper
Münchner Biergärten und Bierkultur
Bier gehört untrennbar zur Münchner Stadtgeschichte. Dabei ist der "Biergarten" etwas anderes als eine gewöhnliche Gaststätte. Traditionell sitzt man unter Kastanienbäumen an langen Tischen und teilt den Platz mit anderen Gästen. In vielen klassischen Biergärten darf man sich nach bayerischer Tradition sogar eine eigene Brotzeit mitbringen, während das Bier vor Ort gekauft wird.
Zu den bekannten Münchner Brauereien und Bierhäusern gehören Hofbräu, Augustiner, Paulaner, Schneider Weisse und Spaten.
Das "Hofbräuhaus am Platzl" ist wohl das international bekannteste Münchner Bierhaus. Es entstand aus der herzoglichen beziehungsweise kurfürstlichen Hofbrauerei und wurde zu einem festen Bestandteil des Münchner Stadtbildes. Heute treffen sich dort Besucher aus aller Welt ebenso wie Einheimische.
Etwas stärker mit der traditionellen Münchner Bierkultur verbunden ist "Augustiner-Bräu". Die Brauerei geht auf das ehemalige Augustinerkloster zurück und gilt als die älteste noch bestehende Münchner Brauerei. Besonders bekannt ist der Augustiner-Keller an der Arnulfstraße mit seinem großen Biergarten.
"Schneider Weisse" steht dagegen vor allem für das Münchner Weißbier. Die Geschichte der Brauerei reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Stammhaus befindet sich in der Münchner Altstadt und ist unter dem Namen "Weisses Bräuhaus" bekannt.
Auch "Spaten-Bräu" gehört zu den traditionsreichen Münchner Brauereien. Die Geschichte der Brauerei reicht mehrere Jahrhunderte zurück.
Biergärten sind in München allerdings nicht nur touristische Attraktionen. Sobald die Temperaturen steigen, gehören sie zum normalen Stadtleben. Eine Maß Bier, eine Brezn und eine einfache bayerische Brotzeit unter alten Kastanien gehören für viele Münchner ebenso zum Sommer wie ein Spaziergang an der Isar.
Englischer Garten – Natur mitten in der Stadt
Vom nördlichen Rand der Altstadt ist es nicht weit zum "Englischen Garten", einer der größten innerstädtischen Parks Europas. Die weitläufige Anlage zieht sich über mehrere Kilometer entlang der Isar und ist wesentlich größer, als es der Begriff "Stadtpark" vermuten lässt.
Der Park entstand ab dem späten 18. Jahrhundert und wurde nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten gestaltet. Anstelle streng geometrischer Gartenanlagen bestimmen Wiesen, Baumgruppen, Wasserläufe und geschwungene Wege das Erscheinungsbild.
Zu den bekanntesten Bauwerken gehören der "Chinesische Turm" und der "Monopteros". Am Chinesischen Turm befindet sich außerdem einer der bekanntesten Biergärten Münchens.
Eine besondere Attraktion liegt am südlichen Rand des Englischen Gartens: die "Eisbachwelle". Dort bildet der Eisbach eine stehende Welle, auf der Surfer das ganze Jahr über ihr Können zeigen. Das Surfen mitten in einer Großstadt ist zu einem ungewöhnlichen Münchner Wahrzeichen geworden.
Der Englische Garten ist gleichzeitig ein wichtiger Erholungsraum für die Stadt. Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und Menschen, die einfach auf einer Wiese sitzen möchten, nutzen ihn täglich.

Englischer Garten, Chinesischer Turm

Theatinerkirche am Odeonsplatz
München zu Fuß entdecken
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Münchner Altstadt liegen relativ dicht beieinander. Vom Marienplatz sind Frauenkirche, Viktualienmarkt, Hofbräuhaus und die Residenz bequem zu Fuß erreichbar. Wer etwas mehr Zeit einplant, kann den Weg anschließend über den Odeonsplatz und den Hofgarten bis zum Englischen Garten fortsetzen.
Gerade diese Verbindung macht einen Besuch Münchens interessant: Innerhalb weniger Kilometer wechseln sich mittelalterlich geprägte Altstadt, prachtvolle Bauwerke, Marktleben, traditionelle Wirtshäuser und eine große Parklandschaft ab.
München lässt sich deshalb gut zu Fuß erleben – ohne dass man ständig zwischen einzelnen Sehenswürdigkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln wechseln muss.
Biergartenkultur
Die bayerische Biergartenkultur entstand im 19. Jahrhundert aus ganz praktischen Gründen. Bier wurde traditionell in tiefen Lagerkellern gelagert, deren Temperatur durch das umliegende Erdreich möglichst niedrig gehalten wurde. Um die Keller zusätzlich vor der sommerlichen Wärme zu schützen, pflanzten die Brauereien Kastanienbäume darüber. Unter diesen schattigen Bäumen begannen die Brauereien, Bier direkt aus den Kellern auszuschenken.
Bald entwickelte sich daraus eine eigene bayerische Tradition. Nach einer historischen Regelung durften die Bierkeller zwar Bier ausschenken, aber keine Speisen anbieten. Die Gäste brachten deshalb ihre eigene Brotzeit mit. Daraus entstand die bis heute bekannte Besonderheit des klassischen Biergartens: Wer möchte, kann seine eigene Brotzeit mitbringen und das Bier vor Ort kaufen.
Heute gehört der Biergarten fest zur bayerischen Lebensart. Ob unter alten Kastanienbäumen, an langen Tischen oder mitten in einem Münchner Stadtpark – der Biergarten ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, unabhängig davon, ob sie sich kennen. Eine Maß Bier, eine Brezn, Obatzter oder eine deftige Brotzeit gehören ebenso dazu wie das gesellige Zusammensitzen.

Tip: Karl Valentin Museum
Das im historischen Isartor in München ist dem ikonischen Komiker-Duo Karl Valentin und Liesl Karlstadt gewidmet. Es zeichnet sich durch seine skurrile und humorvolle Ausstellungskultur aus, die ganz im Geiste des absurden Humoristen gestaltet ist.
Besondere Atmosphäre: Die Ausstellung vereint kuriose Exponate und Sprachwitz – darunter etwa der legendäre "geschmolzene Schneeberg", der "nagelneue Faden" oder der durchlöcherte Zahnarztstuhl.
Historischer Ort: Untergebracht in den Turmräumen des Isartors, verbindet das Museum Münchner Stadtgeschichte mit dem künstlerischen Nachlass des Duos.
Gastronomie im Turm: Im obersten Stockwerk befindet sich ein gemütliches Turmstüberl, das zur Einkehr bei traditioneller Münchner Bierzeit einlädt.
Das Museum präsentiert sich nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten im Juli 2026 mit einer neu konzipierten Dauerausstellung zu Karl Valentin und Liesl Karlstadt.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag: 11:00 – 18:00 Uhr, Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr, Mittwoch: Geschlossen
Tipp: Jeden 1. Freitag im Monat gibt es eine Abendöffnung bis 21:59 Uhr mit Programm.
Eintrittspreise:
Erwachsene: 3,99 €
Ermäßigt (Schüler, Studenten, Rentner): 2,99 €
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Auszubildende: Eintritt frei
Führungen: Samstags an geraden Kalendertagen finden um 15:01 Uhr offene Führungen statt (Kosten: 6,00 € zzgl. Eintritt).




















































