Melk – Stadt an der Donau und Tor zur Wachau

Melk liegt am rechten Donauufer am westlichen Eingang zur Wachau. Die Stadt befindet sich dort, wo die Donau aus dem Alpenvorland kommend in das enge Tal der Wachau eintritt. Überragt wird Melk vom weithin sichtbaren Benediktinerstift, das auf einem Felsen über der Stadt liegt und zu den bekanntesten Bauwerken Niederösterreichs zählt.

Das Stift Melk
Das Benediktinerstift Melk geht auf eine Gründung aus dem Jahr 1089 zurück, als Markgraf Leopold II. die Burg Melk den Benediktinern übergab. Das heutige Erscheinungsbild entstand vor allem im 18. Jahrhundert. Zwischen 1702 und 1736 wurde die mittelalterliche Klosteranlage unter den Äbten Berthold Dietmayr und später Thomas Pauer grundlegend umgebaut.
Die barocke Anlage erstreckt sich über den Felsen oberhalb der Stadt. Besonders eindrucksvoll sind die Stiftskirche mit ihrer mächtigen Kuppel, die Kaisertrakte, der Marmorsaal und die Bibliothek. Letztere beherbergt zahlreiche historische Handschriften und Bücher und gehört zu den bekanntesten Bereichen des Stiftes.
Die Bedeutung des Klosters beschränkt sich jedoch nicht auf seine Architektur. Melk war über Jahrhunderte ein geistiges und kulturelles Zentrum der Region. Die Benediktiner widmeten sich neben dem klösterlichen Leben auch der Seelsorge, Bildung und wissenschaftlichen Arbeit. Bis heute befindet sich im Stift ein Gymnasium, das auf eine lange Bildungstradition zurückblicken kann.
Von der Terrasse des Stiftes bietet sich ein weiter Blick über die Stadt, die Donau und das westliche Ende der Wachau. Gerade diese Verbindung von Klosteranlage, Flusslandschaft und historischen Verkehrswegen macht Melk zu einem wichtigen Ausgangspunkt für eine Reise durch die Wachau.

Melk und die Donau
Die Lage an der Donau war für die Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung. Der Fluss war über Jahrhunderte Verkehrsweg, Handelsroute und zugleich eine natürliche Grenze. Schifffahrt und Handel brachten Menschen und Waren nach Melk, gleichzeitig war die Lage am Fluss immer auch mit Gefahren verbunden.
Hochwasser gehören zur Geschichte der Donaustadt. Besonders schwere Überschwemmungen trafen Melk in verschiedenen Jahrhunderten. Bei extremen Wasserständen können große Bereiche der tiefer gelegenen Stadt und der Uferzonen überflutet werden. Das Hochwasser von 2002 gehört zu den besonders folgenreichen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit. Damals führte die Donau in weiten Teilen des österreichischen Donauraumes zu schweren Überschwemmungen und verursachte auch in Melk erhebliche Schäden.
Ein weiteres extremes Hochwasser ereignete sich im Juni 2013. Nach intensiven Niederschlägen stieg die Donau erneut stark an. Die Erfahrungen dieser Hochwasserereignisse führten zu weiteren Maßnahmen des Hochwasserschutzes entlang der Donau. Gleichzeitig erinnern die Pegelstände und Hochwassermarken daran, dass die Nähe zum Fluss nicht nur landschaftliche Vorteile, sondern auch ein Naturgefahrenrisiko bedeutet.

Die Altstadt von Melk
Die Altstadt von Melk liegt unmittelbar am Fuß des imposanten Stiftsberges. Ihr historisches Zentrum wird vor allem durch den Hauptplatz geprägt, der von Bürgerhäusern mit unterschiedlich gestalteten Fassaden umgeben ist. Barocke und ältere Gebäude erinnern daran, dass Melk über Jahrhunderte ein bedeutender Ort an der Donau war.
Besonders auffällig ist die enge Verbindung zwischen Altstadt und Stift. Vom Stadtzentrum führt die "Abt-Berthold-Dietmayr-Straße" bergauf zum Stift Melk. Wer durch die Altstadt geht, hat deshalb immer wieder den mächtigen barocken Bau vor Augen. Die erhöhte Lage des Stiftes macht es zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen und verleiht auch den Straßen und Plätzen der Altstadt ihren besonderen Charakter.
Rund um den Hauptplatz finden sich Geschäfte, Cafés und Gasthäuser, die der historischen Umgebung ein lebendiges, modernes Gesicht geben. Gleichzeitig laden kleinere Gassen und Plätze dazu ein, die Architektur genauer zu betrachten. Hinter den Fassaden befinden sich teilweise Innenhöfe und ältere Gebäudestrukturen, die von der langen Geschichte der Stadt zeugen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Altstadt ist die "Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt". Sie steht in engem Zusammenhang mit der Geschichte Melks und ergänzt das von Stift und Bürgerhäusern geprägte Stadtbild. Zusammen mit dem Stift bildet sie ein Ensemble, das die Bedeutung Melks als kirchliches und kulturelles Zentrum deutlich macht.
Von der Altstadt ist es außerdem nicht weit zur Donau. Dadurch wird der besondere Charakter Melks besonders deutlich: Auf der einen Seite erhebt sich der Stiftsberg mit seiner monumentalen Klosteranlage, auf der anderen Seite liegt der große Strom, der die Geschichte der Stadt seit Jahrhunderten beeinflusst. Die Altstadt bildet dabei das verbindende Element zwischen diesen beiden prägenden Landschafts- und Kulturräumen.

Melk ist heute außerdem ein wichtiger Ausgangspunkt für die Erkundung der Wachau. Von hier führen Verkehrswege donauabwärts in Richtung Krems und weiter nach Wien. Donauaufwärts geht es über Ybbs und weiter in Richtung Linz. Auch der Donauradweg folgt dem Flusslauf und verbindet Melk mit den Orten der Wachau.
Die Donauschifffahrt macht Melk ebenfalls zu einem wichtigen Anlaufpunkt. Von den Anlegestellen verkehren Ausflugsschiffe zu verschiedenen Orten entlang der Donau. Besonders die Fahrt donauabwärts durch die Wachau verbindet Melk mit historischen Orten wie Spitz, Dürnstein und Krems.
Melk verbindet also mehrere Aspekte, die für Niederösterreich typisch sind: eine jahrhundertealte Klostergeschichte, barocke Architektur, die Bedeutung der Donau als Verkehrsweg und eine Landschaft, die bis heute stark vom Fluss geprägt wird. Das Stift auf dem Felsen und die Donau darunter bilden dabei das charakteristische Bild der Stadt.

Impressionen

Landkarte