Materl-Wanderweg Lengenfeld (Hike)
ca. 6,5 km | ca. 80 Höhenmeter | Gehzeit: ca. 1,5–2 Stunden
Lengenfeld im Kamptal liegt mitten in einer Landschaft, in der Weinbau und Geschichte eng miteinander verbunden sind. Wer hier unterwegs ist, kann aber noch eine andere Seite des Ortes entdecken: zahlreiche Marterl, Kreuze und Heiligenfiguren, die etwas abseits der großen Sehenswürdigkeiten stehen.
Der Marterl-Wanderweg Lengenfeld verbindet viele dieser kleinen Denkmäler miteinander. Dabei führt die Runde zunächst durch den Ort und anschließend hinaus in die Felder und Weinberge. Gerade dieser Wechsel macht die Wanderung interessant – vom engen Ortsbereich geht es hinaus in die offene Kulturlandschaft des Kamptals.


Ausgangspunkt ist das Gemeindeamt. Von hier führt der Weg zunächst durch eine enge Gasse zur Bachgasse. Entlang des Baches geht es weiter, bevor nach etwa 70 Metern eine Brücke überquert wird.
Der anschließende Weg ist ein Privatweg und steigt relativ steil an. Nach rund 200 Metern beschreibt er eine Linkskurve. Rechterhand ist bereits der Friedhof zu sehen. Kurz darauf erreicht man die Blauensteinerstraße und damit das erste Marterl der Wanderung: das Stögerkreuz.
Von hier geht es weiter durch die Felder. Der Weg steigt nur noch leicht an und führt nach etwa 300 Metern wieder nach links. Nun wird es deutlich ruhiger. Äcker und freie Landschaft bestimmen das Bild.
Am Weg liegen zwei weitere interessante Kleindenkmäler dicht beieinander: das Russenkreuz und gleich daneben, bereits an der Straße Richtung Stratzing, das Langegger Marterl. Letzteres markiert zugleich den Beginn des historischen Wallfahrtsweges nach Maria Langegg.
Durch die Lengenfelder Weinberge
Nun wird die Wanderung besonders reizvoll. Nach der Querung der Kremser Straße führt ein breiter asphaltierter Landwirtschaftsweg direkt in die Weinberge von Lengenfeld.
Der Weg verläuft zunächst rund eineinhalb Kilometer entlang der Riede Kremsfeld. Zwischen den Weingärten öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Landschaft. Dann erreicht man den "Donati", eine Darstellung des heiligen Donatus.
Die nächsten Abschnitte führen durch die Rieden Fuchsloch und Sand. Hier zeigt sich Lengenfeld von seiner typischen Seite: Weingärten, sanfte Hänge und die für das Kamptal charakteristische Kulturlandschaft. In dieser Gegend wachsen auch die für Lengenfeld bekannten Grünen Veltliner.
Nach etwa einem Kilometer erreicht man die Dreifaltigkeit, auch Kiesling-Marterl genannt. Der Weg führt anschließend am sogenannten Sandbaum vorbei. Die vielen kleinen Wegzeichen und Marterl wirken hier fast wie eine Spur, der man durch die Weinlandschaft folgt.


Nach weiteren rund 400 Metern biegt der Weg rechts ab. Jetzt ändert sich der Charakter der Wanderung deutlich: Der Weg führt relativ steil bergab und verläuft dabei durch den Golfplatz. Hier ist etwas Aufmerksamkeit gefragt, denn der Wanderweg quert den Golfplatz. Anschließend geht es an einer Pferdekoppel und einem Damhirschgehege vorbei.
Am Ende dieses Abschnitts steht beim Feuerwehrhaus das Floriani-Marterl, das dem heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehr, gewidmet ist.
Von hier folgt man den Pfeilen nach links und erreicht die Röhrbrunngasse. Dort befindet sich die Kapelle im Letten. Die Gasse führt weiter durch den Ort, bevor der markierte Weg endet.
Ein kurzer Abstecher vom Marterl-Wanderweg führt zum Schloss Lengenfeld, das mitten im Ort liegt. Die Anlage geht auf eine mittelalterliche Burganlage zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Heute präsentiert sich das Schloss als markantes historisches Gebäude, das gemeinsam mit der Pfarrkirche das Ortsbild von Lengenfeld prägt. Die restliche Strecke führt durch die Langenloiser Strasse zurück zum Ausgangspunkt beim Gemeindeamt.
Der Marterl-Wanderweg ist keine spektakuläre Bergtour. Seine Besonderheit liegt vielmehr in der Vielfalt dessen, was am Weg zu entdecken ist. Die Route verbindet Dorf, Felder, Weinberge und zahlreiche religiöse Kleindenkmäler zu einer abwechslungsreichen Runde.





















