Ophrys benacensis
Ophrys benacensis, die Gardasee-Ragwurz zählt zur Gattung Ophrys, deren Blüten oft das Aussehen von Insekten imitieren und die je nach taxonomischer Auffassung zwischen 100 und über 300 Arten umfasst. Einige Botaniker sehen die Gardasee-Ragwurz aufgrund ihrer spezifischen Merkmale und ihrer geografischen Isolation als eigenständige Spezies, während andere sie als Variante von Ophrys bertolonii betrachten. Solche taxonomischen Diskussionen sind innerhalb der Gattung "Ophrys" relativ häufig.
Ophrys benacensis gehört aber sicherlich zu einer der auffallendsten und schönsten ihrer Art. Benannt ist diese Orchidee nach dem antiken Namen des Gardasees, dem "Lacus Benacus". Das relativ kleine Hauptverbreitungsgebiet von Ophrys benacensis konzentriert sich auf die Hügel und niedrigen Bergregionen rund um den Gardasee sowie kleine Teile der Lombardei und Venetiens.


Die Gardasee-Ragwurz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die aus unterirdischen Knollen wächst. Diese Knollen dienen als Speicherorgane für Wasser und Nährstoffe. Der oberirdische Teil der Pflanze entwickelt sich jedes Frühjahr neu. Die Wuchshöhe dieser zierlichen Orchidee beträgt etwa 10–35 cm, ihre Blütenzahl umfasst gewöhnlich 2 bis 6 Blüten pro Pflanze. Die Blütezeit liegt meist zwischen April und Juni, abhängig von Höhenlage, Temperatur, Niederschlag und Exposition ihres Standortes. Bevorzugte Standorte sind Mager- und Trockenrasen, lichte Gebüsche und Waldränder, meist auf kalkhaltigem Untergrund.
Wie die meisten Orchideen ist auch Ophrys benacensis durch den Verlust ihrer natürlichen Lebensräume wegen Intensivierung der Landwirtschaft, Bebauung und Aufforstung offener Flächen stark gefährdet. Wie alle wildwachsenden Orchideen darf sie weder gepflückt noch ausgegraben werden. Da sie in Symbiose mit bestimmten Bodenpilzen lebt, würde sie eine Verpflanzung in den heimischen Garten ohnehin nicht überleben.


















