Wien - Friedhof der Namenlosen
Am südöstlichen Rand Wiens, nahe der Donau und des Alberner Hafens, befindet sich einer der außergewöhnlichsten Friedhöfe Österreichs, der "Friedhof der Namenlosen". Abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erinnert dieser kleine Begräbnisplatz an Menschen, deren Identität lange Zeit unbekannt blieb. Heute gilt er als bedeutendes kulturhistorisches Denkmal und als Ort des stillen Gedenkens.
Im 19. Jahrhundert war die Donau noch ein weitgehend unregulierter Fluss. Immer wieder trieb sie die Leichname von Menschen ans Ufer, die durch Unglücke, Überschwemmungen oder Suizide ums Leben gekommen waren. Da ihre Identität häufig nicht festgestellt werden konnte und sich keine Angehörigen meldeten, wurden sie in der Nähe des Fundortes bestattet.
Im Jahr 1840 wurde dafür ein eigener Friedhof in der damaligen Ortschaft Albern angelegt. Die Gräber erhielten einfache Holzkreuze, oftmals lediglich mit dem Funddatum oder einer Nummer versehen. So entstand der Name "Friedhof der Namenlosen".


Viele der hier beigesetzten Menschen blieben bis heute anonym. In einigen Fällen gelang es später, ihre Identität zu klären, doch die meisten Schicksale konnten nie vollständig rekonstruiert werden. Hinter jedem Grab verbirgt sich eine persönliche Geschichte, über deren Verlauf heute meist nur Vermutungen angestellt werden können. Gerade diese Ungewissheit macht den Friedhof zu einem besonderen Erinnerungsort. Er steht stellvertretend für all jene Menschen, die ohne Angehörige oder bekannte Identität ihre letzte Ruhestätte fanden.
Mit der Regulierung der Donau und dem Ausbau des Hochwasserschutzes verringerte sich die Zahl der angeschwemmten Leichen deutlich. Deshalb wurde der ursprüngliche Friedhof schließlich geschlossen. Im Jahr 1935 entstand in unmittelbarer Nähe ein neuer Begräbnisplatz, auf den zahlreiche Gräber übertragen wurden. Seit den 1940er-Jahren fanden nur noch vereinzelt Bestattungen statt. Heute wird der Friedhof nicht mehr regulär genutzt und dient ausschließlich als Gedenkstätte.
Der "Friedhof der Namenlosen" ist bewusst schlicht gestaltet. Kleine Holzkreuze, gepflegte Wege und die ruhige Lage verleihen ihm eine besondere Atmosphäre. Besucher erleben hier keinen monumentalen Friedhof, sondern einen Ort, der zum Nachdenken über Vergänglichkeit, Identität und menschliche Schicksale anregt.
Die Anlage wird von der Stadt Wien erhalten und steht unter Denkmalschutz. Regelmäßig besuchen sowohl historisch Interessierte als auch Fotografen und Spaziergänger den Friedhof, wobei Rücksicht und respektvolles Verhalten selbstverständlich sind.

Lage und Anfahrt
Der Friedhof liegt im Wiener Bezirk Simmering, nahe dem Alberner Hafen. Aufgrund seiner abgelegenen Lage empfiehlt sich die Anreise mit dem Auto (Taxi).
Wenn Sie den "Friedhof der Namenlosen" mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen möchten, ist die Anreise ebenso unkompliziert, der letzte Abschnitt führt jedoch zu Fuß durch das Hafengebiet.
Die einfachste Verbindung beginnt mit der "U3 bis Simmering". Von dort steigen Sie in die Buslinie "76A oder "76B" und fahren bis zur Endstation Albern. Von der Haltestelle ist der Weg zum Friedhof gut ausgeschildert. Ein rund 600 Meter langer Fußweg führt über den Hochwasserdamm direkt zum Eingang. Je nach Tempo dauert der Spaziergang etwa 5 bis 10 Minuten.
Da der Friedhof etwas versteckt im Alberner Hafengebiet liegt, empfiehlt es sich, den Weg vorab auf einer Karte anzusehen. Vor Ort weisen mehrere Schilder den Weg. Der Friedhof ist tagsüber frei zugänglich; in Ausnahmefällen kann der Zugang aufgrund von Arbeiten im Hafen vorübergehend gesperrt sein.
Tip: "eh scho wuascht."
Wiens wohl makaberster Würstelstand.
"eh scho wuascht" gehört zu den bekanntesten Redewendungen des Wiener Dialekts. Je nach Situation bedeutet es so viel wie "ist ohnehin egal" oder "macht auch keinen Unterschied mehr".
Gelegen ist dieser Würstelstand direkt vor Tor 2 des Wiener Zentralfriedhofs und somit bekommt diese Redewendung eine zweite Bedeutungsebene. Denn dort, wo täglich Menschen Abschied nehmen, spielt der Name augenzwinkernd mit dem Wiener Verhältnis zu Leben und Tod – schwarzer Humor inklusive.
Mit dem Auto beträgt die Fahrzeit vom Friedhof der Namenlosen zum Würstelstand "eh scho wuascht" am Wiener Zentralfriedhof in der Regel etwa 10 bis 15 Minuten. Das passt natürlich auch thematisch bestens zusammen!









































