Zakynthos – zwischen Licht und Schatten
Zakynthos – die Blume des Ionischen Meeres
gehört zu den Ionischen Inseln im Westen Griechenlands und zählt mit einer Fläche von rund 405 Quadratkilometern zu den kleineren, aber landschaftlich eindrucksvollsten Inseln des Landes. Gemeinsam mit Korfu, Kefalonia, Lefkada und Ithaka bildet sie die Inselgruppe der Ionischen Inseln, die sich klimatisch und landschaftlich deutlich von den trockeneren Inseln der Ägäis unterscheiden.
Die Insel liegt etwa 20 Kilometer westlich der Peloponnes und ist von einem außergewöhnlich milden Mittelmeerklima geprägt. Niederschlagsreiche Winter und warme, sonnige Sommer sorgen dafür, dass Zakynthos deutlich grüner erscheint als viele andere griechische Inseln. Dichte Pinienwälder, ausgedehnte Olivenhaine, Zypressen, fruchtbare Ebenen und zahlreiche Weinberge prägen das Landschaftsbild.
Auf Zakynthos leben heute rund 40.000 Menschen, wobei sich ein großer Teil der Bevölkerung in der Hauptstadt Zakynthos-Stadt sowie entlang der Ostküste konzentriert. Wirtschaftlich spielen neben dem Tourismus weiterhin Landwirtschaft, Olivenanbau und Weinbau eine wichtige Rolle.
Bereits der venezianische Name "Fiore di Levante" – die "Blume des Ostens" – beschreibt den fruchtbaren Charakter der Insel treffend. Anders als viele karge Kykladeninseln besitzt Zakynthos eine überraschend üppige Vegetation, die besonders im Frühjahr ihren Höhepunkt erreicht. Ende März verwandeln blühende Wiesen, Mohnfelder und zahlreiche Wildpflanzen weite Teile der Landschaft in ein farbenfrohes Mosaik.
Gerade außerhalb der Hauptsaison zeigt Zakynthos eine ruhige und authentische Seite. Kleine Bergdörfer, traditionelle Tavernen und einsame Küstenabschnitte vermitteln noch immer das Bild einer ursprünglichen griechischen Insel. Gleichzeitig gehört Zakynthos mit dem weltweit bekannten Navagio-Strand und den Brutgebieten der Unechten Karettschildkröte zu den bekanntesten Reisezielen Griechenlands.
Wer die Insel ausschließlich auf ihre spektakulären Aussichtspunkte reduziert, übersieht jedoch ihre eigentliche Stärke: die Verbindung aus abwechslungsreicher Natur, jahrhundertealter Kulturlandschaft und botanischer Vielfalt. Gerade im Frühling ist Zakynthos ein ideales Reiseziel für Naturfreunde, Fotografen und Botaniker.

Welcome to Zakynthos

Zakynthos - Exo Chora

Zakynthos-Stadt - Agios Dionisos Kirche

Olivenhain, Schafe, Blumen, Wein
Geschichte, Kultur und Lebensweise
Die Geschichte von Zakynthos reicht bis in die Antike zurück. Der Überlieferung nach wurde die Insel von Zakynthos, dem Sohn des trojanischen Königs Dardanos, besiedelt. Bereits früh entwickelte sie sich zu einem bedeutenden Handelsplatz im Ionischen Meer.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Herrschaftsverhältnisse mehrfach. Römer, Byzantiner und später Venezianer hinterließen deutliche Spuren. Besonders die venezianische Zeit zwischen dem 15. und Ende des 18. Jahrhunderts prägte Architektur, Kultur und Lebensart nachhaltig. Viele Gebäude, Kirchen und Plätze orientierten sich eher an italienischen Vorbildern als an der typisch griechischen Bauweise.
Nach kurzen französischen und britischen Verwaltungsperioden wurde Zakynthos 1864 gemeinsam mit den übrigen Ionischen Inseln Teil des modernen Griechenlands.
Ein einschneidendes Ereignis war das schwere Erdbeben von 1953. Nahezu die gesamte Hauptstadt wurde zerstört. Viele historische Bauwerke gingen unwiederbringlich verloren. Zakynthos-Stadt wurde anschließend weitgehend neu aufgebaut, wobei einzelne bedeutende Gebäude und Kirchen nach historischem Vorbild rekonstruiert wurden.
Die Bevölkerung lebt traditionell von Landwirtschaft, Fischerei und Weinbau. Besonders Olivenöl, Wein, Honig sowie Zitrusfrüchte gehören zu den wichtigsten regionalen Produkten.
Das Leben verläuft außerhalb der Touristenzentren deutlich ruhiger. In den Bergdörfern scheint die Zeit oft langsamer zu vergehen. Noch immer spielen Familie, Kirche und Dorfgemeinschaft eine wichtige Rolle. Zahlreiche Kapellen, kleine Klöster und Weg- Heiligtümer zeugen von der tief verwurzelten orthodoxen Tradition.
Gastfreundschaft besitzt auf Zakynthos einen hohen Stellenwert. Besonders in kleinen Tavernen erlebt man häufig noch eine persönliche Atmosphäre, die vielerorts in stark touristisch geprägten Regionen Griechenlands seltener geworden ist.
Landschaft und Sehenswürdigkeiten
Zakynthos bietet auf vergleichsweise kleiner Fläche eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt. Im Westen dominieren bis zu 750 Meter hohe Kalksteinplateaus mit steil ins Meer abfallenden Klippen. Die Ostküste fällt deutlich sanfter ab und beherbergt die meisten Ortschaften sowie zahlreiche Strände. Im Süden erstreckt sich die flache Bucht von Laganas, während im Norden ursprüngliche Berglandschaften erhalten geblieben sind.
Die Insel lässt sich problemlos innerhalb weniger Tage erkunden. Dennoch lohnt es sich, für viele Aussichtspunkte genügend Zeit einzuplanen, denn gerade die wechselnden Lichtverhältnisse machen ihren besonderen Reiz aus.
Zakynthos-Stadt
Die Inselhauptstadt bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Entlang der Hafenpromenade reihen sich Cafés und Restaurants aneinander. Sehenswert sind der Solomos-Platz, mehrere Kirchen sowie die venezianische Burg oberhalb der Stadt mit schönen Ausblicken über Hafen und Küste.
Bucht von Laganas
Die weit geschwungene Sandbucht zählt zu den bekanntesten Küstenabschnitten Griechenlands. Sie ist zugleich wichtigstes Brutgebiet der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer. Während der Brutzeit gelten deshalb umfangreiche Schutzmaßnahmen.
Exo Chora und der uralte Olivenbaum
Im kleinen Bergdorf Exo Chora steht einer der ältesten Olivenbäume Griechenlands. Sein knorriger Stamm besitzt einen beeindruckenden Umfang und soll weit über tausend Jahre alt sein. Auch wenn das genaue Alter wissenschaftlich nicht eindeutig bestimmt werden kann, zählt er zu den eindrucksvollsten Naturdenkmalen der Insel.
Kap Skinari
Der nördlichste Punkt von Zakynthos bietet fantastische Ausblicke auf das tiefblaue Ionische Meer. Von hier starten zahlreiche Bootsausflüge zu den Blauen Grotten. Besonders bei ruhiger See entstehen spektakuläre Lichtreflexe im Wasser.
Keri Viewpoint
Zu den schönsten Aussichtspunkten der Insel gehört der Blick von den hohen Klippen bei Keri. Von hier überblickt man die Felseninseln Mizithres, die steil aus dem Meer aufragen. Vor allem am späten Nachmittag entstehen eindrucksvolle Lichtstimmungen.
Navagio Beach Viewpoint
Der Aussichtspunkt oberhalb der berühmten Schmugglerbucht gehört zu den meistfotografierten Orten Griechenlands. Der Blick auf den weißen Strand, das türkisfarbene Wasser und das gestrandete Schiffswrack ist spektakulär. Aus Sicherheitsgründen können Zugangsregelungen und Sperrungen jedoch jederzeit möglich sein.
Porto Roxa
Porto Roxa unterscheidet sich deutlich von den klassischen Sandstränden der Insel. Natürliche Felsplattformen ermöglichen den direkten Einstieg ins kristallklare Meer. Das tiefblaue Wasser eignet sich hervorragend zum Schnorcheln.
Volimes und die Kirche des Heiligen Spyridon
Das Bergdorf Volimes gehört zu den ursprünglichsten Orten der Insel. Bekannt ist es für traditionelle Handwerksarbeiten, regionale Produkte und seine ruhige Atmosphäre. Die Kirche des Heiligen Spyridon bildet das religiöse Zentrum des Dorfes und spiegelt die lange orthodoxe Tradition der Region wider.

Zakynthos-Stadt, am Hafen

Keri Viewpoint

Navagio Beach Viewpoint

Östlicher Osterluzeifalter (Allancastria cerisyi)
Natur, Flora und Fauna
Zakynthos zählt zu den artenreichsten Inseln der Ionischen Inselgruppe. Die unterschiedlichen Höhenlagen, kalkreichen Böden und das feuchte Winterklima schaffen ideale Voraussetzungen für eine vielfältige Pflanzenwelt.
Im Frühjahr blühen unzählige Wildblumen, Zistrosen, Anemonen, Mohn, Affodill sowie zahlreiche mediterrane Sträucher. Große Olivenhaine prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild und bieten vielen Tierarten wertvolle Lebensräume.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Schmetterlingswelt der Insel. Neben zahlreichen mediterranen Arten kommt hier auch der Östliche Osterluzeifalter (Allancastria cerisyi) vor. Seine Raupen entwickeln sich an Osterluzei-Arten (Aristolochia), die auf kalkreichen Standorten wachsen. Mit seiner auffälligen Zeichnung zählt er zu den schönsten Schmetterlingen Griechenlands.
International bekannt ist Zakynthos vor allem als wichtigstes Brutgebiet der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im Mittelmeer. Die Tiere legen ihre Eier an mehreren Stränden der Laganas-Bucht ab. Zum Schutz der Nester gelten während der Brutzeit strenge Naturschutzbestimmungen.
Auch botanisch besitzt Zakynthos einen besonderen Reiz. Zahlreiche wilde Orchideenarten wachsen auf der Insel, vor allem in lichten Wäldern, Olivenhainen, Garrigue und auf extensiv genutzten Wiesen. Die Hauptblüte fällt je nach Höhenlage in die Monate März und April. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Insel liegen viele Standorte dicht beieinander und lassen sich gut miteinander kombinieren.
Tourismus, Müll und Bausünden
Zakynthos gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen Griechenlands. Während die Insel im Frühjahr noch angenehm ruhig wirkt, verändert sich ihr Charakter in den Sommermonaten grundlegend.
Vor allem entlang der Ost- und Südküste entstanden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Hotels, Apartmentanlagen und Ferienkomplexe. Besonders der Bereich um Laganas entwickelte sich zu einem Zentrum des internationalen Partytourismus. Diese Entwicklung hat vielerorts zu einem Verlust des ursprünglichen Ortsbildes geführt.
Auch das Müllproblem ist auf der Insel nicht zu übersehen. Immer wieder kommt es zu überfüllten Containern und illegalen Ablagerungen am Straßenrand oder in abgelegenen Bereichen. Gerade außerhalb der Touristenzentren stehen diese Eindrücke in deutlichem Kontrast zur landschaftlichen Schönheit der Insel.
Hinzu kommen zahlreiche Bausünden. Nicht selten entstanden Gebäude ohne Rücksicht auf traditionelle Architektur oder Landschaftsbild. Besonders entlang einiger Küstenabschnitte beeinträchtigen großflächige Hotelanlagen und unkoordinierte Bebauung das Erscheinungsbild.
Auch der enorme Besucherandrang am Navagio Viewpoint und an den Blauen Grotten stellt die Insel zunehmend vor Herausforderungen. Naturschutz, Infrastruktur und Tourismus stehen hier oft in einem schwierigen Spannungsverhältnis.
Dennoch wäre es falsch, Zakynthos allein auf diese Probleme zu reduzieren. Wer außerhalb der Hochsaison reist, abgelegene Bergdörfer besucht und die Insel mit etwas Ruhe erkundet, entdeckt noch viele ursprüngliche Landschaften und authentische Orte. Gerade in der letzten Märzwoche zeigt sich Zakynthos von seiner vielleicht schönsten Seite – grün, blühend und vergleichsweise still.

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Tip: Anreise
Für Reisende mit botanischem Schwerpunkt bietet sich eine Anreise über das griechische Festland an. Nach dem Flug nach Athen wird ein Mietwagen übernommen. Anschließend führt die Route über den Peloponnes nach Kyllini, von wo mehrmals täglich die Fähren von "Levante Ferries" nach Zakynthos verkehren.
Diese Variante bietet den Vorteil, dass der Mietwagen auf der Insel zur Verfügung steht und die Reise anschließend problemlos auf dem Festland fortgesetzt werden kann. Für unseren Aufenthalt verbrachten wir drei Tage auf Zakynthos. Danach ging es mit der Fähre zurück nach Kyllini, bevor die Reise gleich wieder mit den "Levante Ferries" nach Kefalonia weiterführte. Die letzte Märzwoche erwies sich als idealer Reisezeitpunkt: Die Vegetation stand in voller Blüte, viele Orchideen begannen zu blühen und gleichzeitig war die Insel noch weit vom sommerlichen Besucherandrang entfernt.

Tip: Orchideenstandorte
Zakynthos besitzt trotz seiner überschaubaren Größe zahlreiche interessante Lebensräume für wilde Orchideen. Erfolgversprechend sind vor allem lichte Olivenhaine, extensiv genutzte Wiesen und kalkreiche Garrigueflächen.
Besonders lohnend sind die Regionen rund um Volimes, Exo Chora, das Hochland zwischen Anafonitria und dem Nordwesten der Insel sowie verschiedene Olivenhaine im Inselinneren. Auch entlang wenig befahrener Nebenstraßen finden sich immer wieder geeignete Standorte.
Zum Schutz der Bestände werden hier bewusst keine exakten Fundorte genannt. Mit etwas Geduld und aufmerksamem Beobachten lassen sich während der Blütezeit dennoch zahlreiche Arten entdecken – ein reizvoller Bestandteil jeder botanischen Reise nach Zakynthos.































































































































