Die Nockberge in Kärnten
Die Nockberge gehören zu den bekanntesten Gebirgsregionen Kärntens und erstrecken sich im Norden des Bundeslandes bis an die Grenzen zur Steiermark und zum Salzburger Lungau. Sie sind Teil der Gurktaler Alpen und zeichnen sich durch ihre sanft gerundeten, grasbewachsenen Bergkuppen aus, die als "Nocken" bezeichnet werden. Im Gegensatz zu den schroffen Gipfeln vieler anderer Alpenregionen vermitteln die Nockberge ein besonders harmonisches Landschaftsbild.
Die Nockberge zählen zu den ältesten Gebirgslandschaften Europas. Über Millionen von Jahren wurden ihre Formen durch Verwitterung und geologische Prozesse geprägt. Charakteristisch sind weitläufige Almen, ausgedehnte Zirbenwälder und artenreiche Bergwiesen. Besonders die Zirbe, auch Arve genannt, prägt das Landschaftsbild und bildet in den Nockbergen einen der größten zusammenhängenden Zirbenbestände der Ostalpen.
Die Region ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Hier leben unter anderem Murmeltiere, Gämsen, Rothirsche, Füchse und verschiedene Greifvögel. Zu den botanischen Besonderheiten zählt der Speik, eine seltene Heilpflanze, die fast ausschließlich in den Nockbergen vorkommt.


Das Kerngebiet der Nockberge wurde 2012 als UNESCO-Biosphärenpark ausgezeichnet. Zuvor bestand hier von 1987 bis 2012 der Nationalpark Nockberge. Ziel des Biosphärenparks ist es, den Schutz der Natur mit einer nachhaltigen Entwicklung der Region zu verbinden. Dabei spielen traditionelle Almwirtschaft, Naturschutz, Umweltbildung und sanfter Tourismus eine wichtige Rolle.
Die Nockalmstraße ist die bekannteste Sehenswürdigkeit der Nockberge und zählt zu den schönsten Panoramastraßen Österreichs. Sie verbindet auf einer Länge von rund 34 Kilometern die Orte Innerkrems im Liesertal mit Ebene Reichenau in Kärnten und führt mitten durch den UNESCO-Biosphärenpark Nockberge. Die mautpflichtige Straße wurde 1981 eröffnet und erschließt eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften der österreichischen Alpen.
Charakteristisch für die Nockalmstraße sind ihre 52 sanft angelegten Kurven, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Im Gegensatz zu vielen anderen Alpenstraßen weist sie nur geringe Steigungen auf und ist dadurch sowohl für Pkw, Motorräder, Reisebusse als auch für Radfahrer gut geeignet. Während der Fahrt eröffnen sich immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die runden Gipfel der Nockberge, weite Almflächen, blühende Bergwiesen sowie ausgedehnte Zirben-, Lärchen- und Fichtenwälder.
Entlang der Strecke laden zahlreiche Aussichtspunkte, Rastplätze und Almhütten zu einer Pause ein. Besucher können regionale Kärntner Spezialitäten wie Kärntner Kasnudeln, Reindling oder Brettljausen genießen und dabei die ruhige Berglandschaft auf sich wirken lassen. Darüber hinaus befinden sich entlang der Straße mehrere Erlebnisstationen und Ausstellungen, die über die Entstehung der Nockberge, ihre Geologie sowie die Tier- und Pflanzenwelt des Biosphärenparks informieren. Besonders für Familien gibt es Themenwege, Naturerlebnispfade und Spielplätze, die Wissen und Naturerlebnis miteinander verbinden.
Die Straße ist in der Regel von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Während der Wintermonate bleibt sie aufgrund von Schnee und Eis gesperrt. Jedes Jahr nutzen rund 230.000 Besucherinnen und Besucher die Panoramastraße, wodurch sie zu den meistbesuchten Ausflugszielen Kärntens zählt.
Die Nockberge sind das ganze Jahr über ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Im Sommer bietet die Region ein weit verzweigtes Netz an Wanderwegen, Mountainbike-Strecken und Themenwegen. Besonders bekannt ist der mehrtägige Nockberge-Trail, der Wanderer durch die abwechslungsreiche Landschaft des Biosphärenparks führt.

Tip: Orchideen
Eine besondere botanische Kostbarkeit der Region sind die wild wachsenden Orchideen. In den Nockbergen wurden mehr als 20 heimische Orchideenarten nachgewiesen. Sie gedeihen vor allem auf nährstoffarmen Bergwiesen, lichten Wäldern und Feuchtstandorten, wo sie empfindlich auf Veränderungen ihres Lebensraumes reagieren. Zu den bekanntesten Arten gehören das Gefleckte Knabenkraut, das Breitblättrige Knabenkraut, die Mücken-Händelwurz, die Wohlriechende Händelwurz sowie verschiedene Kohlröschen-Arten. Mit ihren auffälligen Blüten und ihrer oft filigranen Gestalt zählen sie zu den schönsten Wildpflanzen der Alpen.
Tip: Heidi-Alm am Falkert
Ein beliebtes Ausflugsziel in den Nockbergen ist die Heidi-Alm am Falkert. Sie liegt auf einer Seehöhe von rund 1.875 Metern in der Nähe des Falkertsees und ist vor allem als Familienausflugsziel bekannt. Die Alm befindet sich inmitten des UNESCO-Biosphärenparks Nockberge und verbindet Naturerlebnis mit Spiel und Unterhaltung.
Das Herzstück der Anlage ist der Heidi-Alm-Kindererlebnispark, der auf der bekannten Geschichte der Romanfigur Heidi basiert. Entlang eines Rundwegs durch einen Zirbenwald begegnen die Besucherinnen und Besucher mehr als 100 lebensgroßen Figuren von Heidi, Peter, dem Alm-Öhi und weiteren Charakteren. Dadurch wird die Geschichte auf anschauliche Weise erzählt und besonders für Kinder erlebbar gemacht.















































































