Ayia Napa - Party, Türkisbucht und wilde Felsenküste
Ayia Napa liegt an der Südostküste Zyperns im Bezirk Famagusta und gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten der Insel. Der Ort ist vor allem für seine Strände, das lebhafte Nachtleben und das klare Wasser bekannt. Wer Ayia Napa jedoch nur als Bade- und Partyort betrachtet, wird der Gegend nicht gerecht. Besonders die Küste östlich des Ortes bis zum Cape Greco zeigt eine ganz andere Seite: zerklüftete Kalksteinfelsen, natürliche Felsbögen, Meereshöhlen, kleine Buchten und das türkisfarbene Wasser des Mittelmeers.
Viele der sehenswerten Punkte liegen relativ nahe beieinander und lassen sich mit dem Auto, aber teilweise auch auf Wanderwegen miteinander verbinden. Besonders der Abschnitt zwischen dem Hafen von Ayia Napa und dem Cape Greco bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Landschaft abseits der großen Strände zu erkunden.
Der Hafen von Ayia Napa
liegt etwa einen Kilometer südlich des Ortszentrums. Der heutige Hafen ist aus einem ehemaligen Fischereihafen hervorgegangen und wird heute sowohl von Fischerbooten als auch von Ausflugs- und Freizeitbooten genutzt. Zwei Wellenbrecher schützen die Hafenbecken vor der offenen See.
Am Hafen beginnt für viele Besucher ein Ausflug aufs Meer. Zahlreiche Boote fahren von hier entlang der Küste Richtung Cape Greco und weiter zur Blue Lagoon. Je nach Boot werden dabei Badestopps, Schnorchelausflüge oder kurze Aufenthalte an verschiedenen Buchten angeboten. Auch kleinere Fischerboote gehören noch immer zum Bild des Hafens.
Rund um das Hafenbecken befindet sich eine Promenade mit Restaurants und Cafés. Damit ist der Hafen nicht nur Ausgangspunkt für Bootsausflüge, sondern auch ein angenehmer Ort, um am späten Nachmittag oder Abend etwas abseits des Trubels des Ortszentrums unterwegs zu sein.

Ayia Napa

Ayia Napa, Hafen

Ayia Napa - Nissi Beach, März 2024

Ayia Napa - Nissi Beach, September 1980

Ayia Napa - Nissi Beach, September 1980
Nissi Beach
ist der bekannteste Strand von Ayia Napa und gleichzeitig einer der meistbesuchten Strände Zyperns. Die etwa 500 Meter lange Bucht besitzt feinen, hellen Sand und flaches, klares Wasser. Ihren Namen verdankt sie der kleinen vorgelagerten Insel Nissi, die über eine flache Sandbank bei entsprechendem Wasserstand zu Fuß erreichbar ist.
Nissi Beach ist allerdings nicht der ruhige Naturstrand, den man aufgrund seiner Lage vielleicht erwarten könnte. Während der Sommersaison gehört er zu den lebhaftesten Stränden der Insel. Strandbars, Musik und Wassersport bestimmen das Bild, und besonders in den Sommermonaten kann es hier sehr voll werden.
Wer Nissi Beach heute kennt, kann sich nur schwer vorstellen, wie dieser Strand um 1980 ausgesehen hat. Heute gehören Hotels, Restaurants, Beachbars, Liegen und Wassersport zum Bild. Anfang der 1980er Jahre war davon noch sehr wenig zu sehen.
Der Sandstrand lag damals an einer weitgehend unbebauten Küste. Hinter dem hellen Sand erstreckten sich Dünen und natürliche Vegetation, Straßen und größere touristische Anlagen fehlten weitgehend.
Besonders auffällig war die Ruhe. Nur wenige Menschen kamen an den Strand, und wer Nissi Beach besuchte, musste nicht nach einem freien Platz zwischen Hunderten von Sonnenschirmen suchen. Der Strand war kein international bekanntes Urlaubsziel, sondern ein abgelegener Abschnitt der Küste bei einem kleinen zypriotischen Ort.
Ganz unberührt war die Gegend allerdings bereits 1980 nicht mehr. Das Nissi Beach Resort war zu dieser Zeit schon ein wichtiger Bestandteil der Landschaft. Die ersten Bungalows wurden bereits 1972 eröffnet, das vollständige Hotel nahm 1976 seinen Betrieb auf. Es war damit eines der ersten größeren touristischen Projekte in diesem Teil Zyperns.
1980 gab es am Nissi Beach noch nicht das, was man heute mit einem großen Ferienstrand verbindet. Keine langen Reihen von Liegen und Sonnenschirmen, keine laute Musik, keine DJs und keine Beachpartys. Diese Entwicklung kam erst wesentlich später.
Auch Ayia Napa selbst war noch weit entfernt von dem dicht bebauten Ferienort, den wir heute kennen. Nach der Teilung Zyperns 1974 und dem Verlust der großen Ferienzentren Famagusta und Varosha entwickelte sich Ayia Napa zunehmend zu einem neuen touristischen Schwerpunkt. Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre begann die Bautätigkeit deutlich zuzunehmen.
Heute ist der Strand vor allem in den Sommermonaten ein stark frequentierter Ferienstrand und zusätzlich für seine Musik- und Partyszene bekannt.
Wer 1980 dort badete, hatte wahrscheinlich ein Erlebnis, das mit dem heutigen Nissi Beach kaum noch vergleichbar ist. Der Reiz lag gerade darin, dass die Landschaft noch nicht für den Massentourismus gestaltet worden war.

Ayia Napa - Nissi Beach, März 2024
Östlich des Hafens verändert sich die Küste deutlich. Aus dem Sandstrand wird eine felsige Landschaft, und entlang der Küstenstraße erreicht man einen der bekanntesten natürlichen Felsbögen der Region: die "Bridge of Love" (Kamara tou Koraka). Die "Bridge of Love" ist ein natürlicher Kalksteinbogen, der sich über eine kleine Bucht spannt. Der Felsen ist durch die Erosion des Meeres entstanden und gehört zu den beliebtesten Fotomotiven an der Küste von Ayia Napa. Der Name "Love Bridge" ist dabei eher eine touristische als eine historische Bezeichnung.
Weiter in Richtung Cape Greco wird die Küste immer ursprünglicher. Die "Sea Caves" gehören zu den eindrucksvollsten geologischen Erscheinungen dieses Küstenabschnitts. Das Meer hat hier über lange Zeit Hohlräume, Grotten und Durchbrüche in den weichen Kalkstein gegraben. Von oben betrachtet wirken manche der Felsen wie ausgehöhlt, während sich andere Höhlen nur vom Wasser aus vollständig erkennen lassen. Das besonders klare Wasser macht die Gegend auch für Schnorchler und Taucher interessant. Einige der Höhlen können vom Meer aus erreicht werden. An der felsigen Küste gibt es außerdem Stellen, an denen man direkt ins Wasser gelangt. Wegen der teilweise steilen Felskanten und des unebenen Untergrundes sollte man hier allerdings vorsichtig sein.

Bridge of Love

Sea Caves

Cape Greco
Das Cape Greco (Kavo Greko) ist eine felsige Landzunge zwischen Ayia Napa und Protaras und gleichzeitig ein geschütztes Naturgebiet. Während Ayia Napa von Hotels, Stränden und touristischer Infrastruktur geprägt ist, zeigt sich die Landschaft am Cape Greco wesentlich ursprünglicher. Kiefernwälder wechseln mit offenen Flächen und niedriger mediterraner Vegetation. Dazwischen ziehen sich Wanderwege über die felsige Küste. Besonders reizvoll sind die Ausblicke auf das Meer und die zahlreichen natürlichen Felsformationen. Mehrere Wanderwege führen durch das Gebiet und entlang der Küste. Der Europäische Fernwanderweg E4 verläuft ebenfalls durch den Bereich des Cape Greco. Wer die Gegend im Frühjahr besucht, erlebt zudem eine deutlich grünere Landschaft als im trockenen Hochsommer. Für Natur- und Pflanzenfreunde ist diese Jahreszeit deshalb besonders interessant.
Zu den bekanntesten Zielen am Cape Greco gehört die "Blue Lagoon". Die geschützte Bucht liegt an der felsigen Ostküste des Kaps und ist für ihr außergewöhnlich klares, türkisfarbenes Wasser bekannt. Vor allem Ausflugsboote aus dem Hafen von Ayia Napa steuern die Bucht regelmäßig an und legen hier einen Badestopp ein. Die Blue Lagoon ist deshalb besonders in der Hauptsaison kein einsamer Naturplatz. Wenn mehrere Ausflugsboote gleichzeitig eintreffen, kann es in der kleinen Bucht recht lebhaft werden. Außerhalb der Hauptsaison ist die Situation wesentlich ruhiger. Das Wasser ist aufgrund der geschützten Lage und der felsigen Unterwasserlandschaft hervorragend zum Schnorcheln geeignet.
Auf einer felsigen Landzunge nahe dem Cape Greco steht die kleine orthodoxe "Ayioi Anargiroi Church". Die weiß gestrichene Kapelle liegt unmittelbar oberhalb der Küste und bildet mit den hellen Felsen und dem tiefblauen Meer ein für Zypern typisches Motiv.
Eine Treppe führt von der Kapelle hinunter zu einer kleinen Höhle am Meer. Die Verbindung von Kapelle, Höhle und Meer macht den Platz gleichzeitig zu einem der stimmungsvollsten Punkte am Cape Greco.
Nicht weit von der Kapelle befindet sich mit dem "Crow's Arch" eine weitere natürliche Felsformation. Der Name bezeichnet einen natürlichen Bogen aus Kalkstein, der durch die fortschreitende Erosion der Küste entstanden ist. Der Felsbogen gehört zu den markanten Landschaftselementen des Cape Greco und lässt sich gut in einen Spaziergang zwischen der Kapelle, der Küste und der Blue Lagoon einbauen.

Blue Lagoon

Kapelle "Ayioi Anargiroi"
Betreten verboten!
Sowohl die "Bridge of Love" als auch die "Crow's Arch" dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden, da Teile der natürlichen Struktur instabil geworden sind.
Die "Crow's Arch" im Nationalpark Kap Greco steht kurz vor dem Einsturz. Das Betreten der Brücke ist strikt untersagt. Die gesamte Struktur ist großräumig mit einem Zaun abgesperrt. Die Brücke kann nur aus sicherer Entfernung vom offiziellen Aussichtspunkt aus fotografiert werden.
Die "Bridge of Love" ist geologisch deutlich stabiler aber: Offiziell wird dringend davon abgeraten, direkt auf den Bogen der "Bridge of Love" zu treten, und es weisen Warnschilder auf die Einsturz- und Absturzgefahr hin. Es gibt hier allerdings keinen Zaun der den Weg versperrt, daher ignorieren hunderte Touristen täglich die aufgestellten Warnschilder! Weiters gilt: Vom Springen ins Wasser wird dringend abgeraten: Unter der Oberfläche lauern scharfe, flache Felsen, was zu schweren Verletzungen führen kann.

Tip: "Blue Lagoon"
Schwimmen und Schnorcheln in der Blue Lagoon:
Der Einstieg vom Ufer aus erfolgt über raue und rutschige Felsen. Wasserschuhe schützen vor Schnittverletzungen und Seeigeln.
Achte beim Schwimmen auf ankernde oder manövrierende Boote. Da es sich um einen naturbelassenen Küstenabschnitt handelt, gibt es vor Ort keine Rettungsschwimmer und kein Flaggensystem. Du schwimmst dort komplett auf eigene Verantwortung. Bei unruhiger See wird es extrem schwierig und gefährlich, unbeschadet über die nassen, rutschigen Felsen wieder an Land zu klettern. Bei Wellen solltest Du daher nicht vom Ufer aus ins Wasser gehen.































































































