Orchis simia

Eine besonders originelle Schöpfung aus der Familie der Orchideen ist das Affen-Knabenkraut, Orchis simia. Diese seltene heimische Orchidee verdankt ihren Namen ihrer außergewöhnlichen Blütenform, die an kleine, tanzende Äffchen erinnert.
Die Farbpalette ihrer Blüten reicht von zartem Rosa über Violett bis hin zu reinweißen Tönen. Die Pflanze erreicht meist eine Höhe von 20 bis 40 Zentimetern und trägt mehrere Blüten an einem aufrechten Stängel. Ihre Erscheinung ist verspielt und zugleich sehr filigran. Typisch für diese Art ist das relativ schnelle Aufblühen von oben nach unten.

Die Blütezeit von Orchis simia liegt meist zwischen Mai und Juni. In dieser Zeit lockt sie Insekten an – vor allem Wildbienen – allerdings ohne eine nennenswerte Belohnung wie Nektar zu bieten. Stattdessen setzt die Pflanze auf Täuschung, ein bei Orchideen nicht ungewöhnlicher Trick der Evolution.

Das Affen-Knabenkraut ist eine anspruchsvolle Orchidee. Es bevorzugt kalkreiche, nährstoffarme Böden und wächst gerne auf Trockenrasen, sonnigen Hängen und lichten Laubwäldern.
Diese speziellen Bedingungen machen die Art besonders empfindlich gegenüber Veränderungen. Wie bei allen Orchideenarten gefährden Düngung, Bebauung oder das Zuwachsen offener Flächen ihren Lebensraum erheblich.

Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Orchidee liegt im mediterranen Bereich. In Österreich wurde die Art 1981 am Bisamberg zum ersten mal gefunden und blüht seitdem nur sporadisch. Es wird vermutet, dass Orchideenliebhaber nach einer Mittelmeerreise Samen unabsichtlich auf Kleidung, Schuhen oder Fototaschen mitgebracht haben, die Samen fanden günstige Standortbedingungen und keimten.
Wie alle heimische Orchideen steht auch das Affen-Knabenkraut unter strengem Schutz. Es darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Sein Vorkommen gilt als Indikator für ökologisch wertvolle Flächen.

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